17. Februar bis 2. März 2010

 

Mittwoch, 17. Februar 2010 - Aschermittwoch

 

Martin war gemischter Stimmung, aber strahlte, dass er an der Faschingsveranstaltung teilnehmen konnte. Ich freue mich für ihn und dass es ihm in dieser Hektik und mit der lauten Musik gut ging und er Freude hatte..

 

Seine ehemalige Lehrerin Frau Kegel hat ihn heute auch wieder besucht und Martin hat sich auch über diesen lieben Besuch sehr gefreut. Ich freue mich auch, dass sie Martin noch nicht ganz vergessen hat und sich  immer mal wieder etwas Zeit für einen Besuch nimmt.

 

So kommt doch immer wieder etwas Sonnenschein in Martins  Herzchen.

 

 

Donnerstag, 18. Februar 2010

 

Jürgen ist krank geschrieben diese Woche. Die Erkältung ist doch zu anstrengend geworden. Da ich auch noch immer mit Nachwirkungen der nicht ganz auskurierten Erkältung zu kämpfen habe, hat mein Mann mir wenigstens an diesen drei Tagen das Fahren mit S-Bahn und Bus erspart und ich bin dankbar dafür.

 

Martins Stimmung ist gemischt und er weinte wieder. Es gab leckere Würstchen für die Gruppe zum Abendbrot. Armes Kind, dass nur zusehen und riechen kann..

 

 

Freitag, 19. Februar 2010

 

Heute war wieder ein Tag mit heftiger Schleimabsonderung und Martin wäre gerne am Nachmittag in seinem Bett liegen geblieben.

 

Irgendwie wollen seine Muskeln sich einfach nicht wieder aufbauen. Mein armer Junge hat so entsetzlich viel verloren im letzten Jahr.

 

 

Samstag,20. Februar 2010

 

Steffi  freute sich, wie immer samstags, über die Einkaufsfahrt mit Jürgen. Muss ja alles seine Ordnung haben.

 

Mit Martin haben wir ein neues Video über ein Zauberpony angesehen und er war total begeistert von diesem Märchenfilm. Ist auch wirklich ein netter Film und hat uns alle ein wenig abgelenkt von den grauem Gedanken.

 

 

Sonntag, 21. Februar 2010

 

Wir sehr wir doch darauf warten, endlich wieder vor die Tür mit Martin gehen zu  können. Immer noch ist es hier glatt und  sehr kalt.

 

Martin war gemischter  Stimmung und musste oft würgen. Aber es war ihm nicht übel, vielleiht hatte es wieder mit den Kanüle und ihrer Lage zu tun.

 

 

Montag, 22. Februar 2010

 

Heute Abend war Martin wieder nur am Weinen und wir wussten nicht wieso.

 

Melanie hat mit der Osterdeko in der Gruppe angefangen und ich denke, es wird Zeit, dass auch ich die Ostersachen aus dem Keller nach oben befördere, ein paar Dinge mit nach Markgröningen zu nehmen und den Rest hier in Haus und Garten zu verteilen. Nach Ostern ist mir genau so wenig, wie 

mir nach Weihnachten zumute war. Alles ist so anders geworden. Aber ich dekoriere trotzdem, weniger wie früher, als die Kinder noch zu Hause lebten, aber wenigstens ein paar bunte Punkte in Haus und Garten tun vielleicht auch uns gut.

 

 

Dienstag, 23. Februar 2010

 

Nun wurde Martin vermessen für einen neuen Rollstuhl und wir haben mit Ulli, der KG der Einrichtung und dem Orthopädiemechaniker besprochen, wie der neue Rolli ausgestattet sein sollte und von der Höhe her möglichst Berlingo tauglich. Es wäre der einzige Weg für uns, Martin wieder mit dem Auto transportieren zu können und ein wenig Normalität in seinen Alltag zu bringen.

 

Mir graut schon jetzt vor den Auseinandersetzungen mit der Krankenkasse. Eigentlich habe ich absolut  keine Lust und Kraft mehr für solche Geschichten. Hier in BW ist es grausam. Als wir noch im Norden leben durften gab es mit der Krankenkasse nie Probleme, diesbezüglich waren wir wirklich verwöhnt.

 

Martin hatte wohl Bedenken, dass wir ihn zum KKH fahren wollten  und er war die ganzen zwei Stunden über nur am Weinen und nicht erreichbar, ansprechbar.

 

Sogar die Farbe des Bezuges und Gestelles wollte er nicht mit uns aussuchen, so habe ich dann entschieden, wie Martin es üblicher Weise getan hätte. Bezug in rot, ferrarimäßig.

 

 

Mittwoch, 24. Februar 2010

 

Ich musste länger arbeiten, und mir ging es nicht gut.

 

Hoffentlich habe ich mich nicht an dem Magendarminfekt von Tochter und Mutter meines Pflegehauses angesteckt.

 

Jürgen  musste mich abholen und weil es zu spät wurde, rief er Martin an, dass es heute ausnahmsweise mit einem Besuch nicht klappt. Melli hielt Martin das Telefon ans Ohr, sodaß Jürgen es dem kleinen Mausebär selber mit teilen konnte.

 

 

Donnerstag, 25. Februar 2010

 

Martin war schon wieder nur am Weinen und Niemand wusste aus welchem Grund.

 

Über Jürgens Anruf von gestern hatte Martin  sich sehr gefreut. Wir sollten die Kinder vielleicht viel öfters anrufen.

 

Seit Martins Supergau haben wir immer nur ausrichten lassen, warum nur? Martin kann doch hören und was wir mit zu teilen haben kann er doch eigentlich verstehen. Sind wir komisch geworden?

 

 

Freitag, 26. Februar 2010

 

Es tut richtig gut, Martin auch mal mit wirklich guter Laune zu erleben.

 

Gina, eine nette FSJlerin hatte Martin etwas vorgetanzt und vorgesungen von seinem, immer noch Lieblingsstar Rhiana. Kein Wunder, dass das Kerlcheso n happy war.

 

Steffi lag im Bett mit roter Nase und Kopfschmerzen. Jürgen hegte den Verdacht, sie könnte krank sein, weil wir wirklich immer mehr Zeit mit Martin verbringen.

Auf der anderen Seite versuchen wir ja immer, sie mit ein zu beziehen, leider lässt sie sich nur selten darauf ein in letzter Zeit. 

 

Jürgen will nun mit Steffi mal öfters zu MCD fahren, weil sie dort ja immer am liebsten einkehrte.

 

Irgendwie hatte die Gruppe heute zu viele Würstchen und Gina hat Nono mit Dreien davon beglückt und auch Steffi hatte noch ein halbes Würstchen über.

 

So hat Gina heute zwei unserer Familienmitglieder glücklich gemacht und Nono bekam zu Hause kein Abendbrot mehr. Ob er morgen früh schon wieder etwas zu fressen bekommt, entscheiden wir dann spontan.

 

Als Gina in der Gruppe angefangen hatte mit dem FSJ hatte sie tüchtig Angst vor Hunden, sogar vor unserem harmlosen Hundchen.

 

 

Samstag, 27. Februar 2010

 

Steffi ist immer noch schwer erkältet und will einfach nur ihre Ruhe habe und in ihrem Bett liegen. Auch der übliche Einkauf am Samstag hat heute nicht so lange gedauert. Arme Maus, dieser doofe Bazillenalarm aber auch.

 

Martin wollte auch nur liegen und TV schauen und somit haben wir zusammen einen ruhigen Samstag verbracht.

 

 

Sonntag, 28. Februar 2010

 

Ein irrer Sturm tobt über Europa und auch bei uns sind seine Auswirkungen zu spüren, obwohl es hier im Vergleich zu anderen Gegenden sicher harmlos zugeht.

 

Martin wollte mit uns die Wiederholung von DSDS schauen und war zufrieden, dass wir einfach nur da waren.

 

Steffi kam kurz zu uns, um sich Gesicht und Thorax eincremen zu lassen, wollte dann aber auch wieder ihre Ruhe haben.

 

 

Montag, 1. März 2010

 

Gute Nachrichten übermittelte uns die KG. Der Doc verordnet endlich wieder 3x KG in der Woche. So haben wir nur für 2 ½ Monate privat zu zahlen.

 

Eine nette junge Frau, die sich wirklich um Martin bemüht und auch mit der Ergotherapeutin reden will, dass sie Martin in seinen E-Rolli setzen lässt und mit ihm ein wenig versucht, alte Erinnerungen wach zu rütteln.

 

So langsam haben wir für Martin gute, regelmäßige Anwendungen und Besuche am Laufen.

 

Auch wenn er wie heute Abend, davon geschafft ist. Es gibt wieder Struktur in seinem Leben und er hat was um die Ohren, ist abgelenkt von seinem Elend.

 

 

Dienstag, 2. März 2010

 

Als wir am Nachmittag zu Martin kamen, war er schon im Tagesraum und hatte Besuch von Frau Hochstetter.

 

Melli hatte ihn in seinen E-Rolli gesetzt, sein geliebtes Auto. Damit wollte sie ihn dann auch zum Himmelszelt, in die Mehrzweckhalle der Einrichtung, fahren. Darauf freute sich der junge Mann und strahlte.

 

Die Logopädin will uns wieder sehen und wir müssen einen Montagmorgen für sie frei machen. Hoffentlich klappt dann dieser Termin.