Lebenshilfe

Brigitte Betzel-Haarnagel, 10.10.02

Als die Kiddis heute um 15.15 Uhr nach Hause kamen von der Schule, sind wir sofort los gefahren nach Ludwigsburg. Jürgen hatte sich extra  zwei Stunden frei genommen um mit uns zu kommen.
 
Wir waren zum ersten Mal in Ludwigsburg, den Donnerstagnachmittagschülertreff der Lebenshilfe zu besuchen.
 
  Der Schületreff findet von 15.30 Uhr bis 17 Uhr. Ist zwar zeitlich recht knapp für die beiden Mäuse und eigentlich wollten wir noch auch etwas warten mit der Anmeldung, nach dem ganzen Umzugsstress, damit es nicht zuviel wird für unsere beiden Jüngsten.
 
Aber irgendwie werden wir hier im Ländle so schnell keine passenden Freunde finden und die Lebenshilfe scheint die einzige, sinnvolle Möglichkeit für die Kiddis zu sein, auch mit anderen Menschen zusammen zu kommen, außerhalb von Schule und zu Hause.
 
Außerdem müssen wir schon daran denken, in absehbarer Zukunft wieder eine Kinderbetreuung mit hin zu zuziehen. Seit wir hier in Tamm leben müssen, bin ich eigentlich regelmäßig krank und ich habe Angst, wenn ich wirklich mal kurzfristig ins Krankenhaus muss, oder einfach nicht mehr kann, keine Anlaufstelle für eine in Frage kommende, kompetente Kinderbetreuung zu haben.
 
Jürgen kann sich nicht mehr so leicht wie bei seiner letzten Dienststelle in Kiel frei nehmen. Hier in BW läuft alles anders und nicht unbedingt in allen Belangen zu unserem aller Vorteil und familienfreundlich.
 
Martin war schon die letzten Tage  von uns unterrichtet worden, was wir heute vorhaben, und er war neugierig und freute sich, dass er wieder Leute kennen lernen sollte. Steffi ging erst mal davon aus, als wir los fuhren, dass wir einkaufen gehen. Da ich absolut keine Lust auf Steffis „ich will nicht „ Verhalten hatte, habe ich ihr einfach nichts von der heutigen Planung  erzählt.
 
Als wir vor dem Gebäude des Freizeitbereiches der Lebenhilfe anhielten nach ca. 15 Minuten Fahrt, sah  Steffi natürlich sofort , das war hier kein Supermarkt. Natürlich wollte sie zuerst nicht aussteigen aus dem Auto. Als ich ihr dann mitteilte, dass wir ganz bestimmt auch später nicht einkaufen gehen, wenn sie nicht sofort mit uns kommt, stieg sie dann doch, natürlich motzig, aus. Es nervt mich tierisch, sie im Moment, Steffi  nur mit Erpressung dazu bewegen zu können, sich uns anzupassen.
 
Wir gingen durch eine große Glastür und wussten gar nicht, wo wir in diesem riesengroßen Gebäude denn nun hin gehen müssen. Eine Mutter mit einem kleinem Kind kam die Treppe herunter und erklärte uns, dass wir in den ersten Stock gehen müssen und vorher oben bescheid sagen müssen, damit der Fahrstuhl eingeschaltet werden kann. Der Lift ist aus Sicherheitsgründen nur bei Bedarf eingeschaltet, was ich sehr gut verstehen kann bei all den neugierigen Fingern, die an ihm vorbei gehen müssen.
 
Während Jürgen die Treppe hinauf ging, um uns anzumelden, jubelte Martin schon und hüpfte vor Freude in seinem Rollstuhl auf und ab.
 
Steffi trommelte auf dem Fahrstuhlknopf herum und plötzlich ging die  Tür des Fahrstuhls auf und wir konnten eine Etage gen oben  schweben.
 
Ein sehr großes Haus, gut ausgestattet mit Spielplatz hinterm Haus, in dessen Erdgeschoss sich der Lebenshilfe Kindergarten befindet. Alle Räume sind hell und übersichtlich.
 
Die anwesenden Kinder hatten nicht so ganz großes Interesse an uns Neuankömmlingen, Steffi auch nicht an den Kindern und so spielten Steffi und Martin mit einer Mitarbeiterin der Lebenshilfe an einem Extratisch Kniffel und beobachteten so aus den Augenwinkeln, was hier so alles los ist.
 
Wir Eltern hatten im Büro einiges an Formalitäten zu erledigen und sahen nur ab und an mal in den Raum. Für solch einen Ort war es erstunlicherweise doch sehr, sehr ruhig hieri Obergeschoss. Aber na gut, wenn es denn so sein soll. Verwunderlich war es schon. Fast alle Kids saßen brav an einem Tisch und spielten leise irgendwelche Regelspiele.
 
So nebenbei erfuhren wir dann, dass die angrenzenden Nachbarn dieses Grundstücks gerichtlich dessen Bau hatten verhindern wollen und somit den Baubeginn ein ganzes Jahr verzögern konnten. Es mussten konkrete Abmachungen getroffen werden, wie z. B.daß  ab 18 Uhr sich  niemand mehr draußen im Garten aufhalten durfte und Ruhe im Busch sein musste.
Nach einigen Jahren würde sich das Ganze nun ein winzig klein wenig entkrampfen und entspannen, aber einfach war es für die Lebenshilfeeinrichtung hier wohl nie so richtig. Warum muss es den Menschen in diesen Bereichen nur immer so kompliziert gemacht werden? Denkt niemand darüber nach, dass er keinerlei Garantie hat, für ewige Unversehrtheit? Dass auch in der eigenen Familie behinderte Kinder geboren werden können?
 
Wir blickten dann rundherum aus den Fenstern um zu erkunden, wie viele Nachbarn es gab und wie dicht sie hier am Gebäude sind. Naja, gut, wenn man sehr kleinlich ist, kann man sich vielleicht belästigt fühlen mit etwas Mühe, aber unsere Nachbarn hier in Tamm sind uns dichter auf der Pelle. Hier in Ludwigsburg sind es eigentlich nur zwei direkte Nachbarn und ein Bürogebäude zum Grundstück der Lebenshilfe. Mann muss schon gründlich aufpassen, um überhaupt einen Grund zu finden, sich über dieses Anwesen ärgern zu können.
 
Was wäre ich froh gewesen, wir hätten solche Nachbarn wie die Lebenshilfe gefunden. Lieber so als dieser hässliche, gelb gestrichene Betonklotz von katholischer Kirche, der linker Hand unseres Grundstückchens liegt. Mich wundert es immer noch, dass für so ein Modell Bunker des letzten Krieges überhaupt eine Baugenehmigung erteilt wurde. Und dann hatte der Architekt dafür sogar noch einen Preis bekommen mit diesem absolut nicht nach Kirche aussehenden Bau, oh nee.
 
Martin wollte auf alle Fälle nächste Woche wieder zur Lebenshilfe kommen, Steffi nun endlich einkaufen gehen und so verabschiedeten wir uns nach zwei Stunden von den Mitarbeitern, die sich um uns gekümmert hatten.
 
Nun bin ich sehr gespannt, ob Steffi nächsten Donnerstag auch freiwillig in den Lebenshilfebus einsteigt, oder ob sie nach Hause gebracht werden muss. Ist so ähnlich was wie ein Pokerspiel  ohne Karten.
 
Jürgen und ich haben ein gutes Gefühl und denken, beide Kinder werden sich dort einleben und wohl fühlen. Im nächsten Jahr werden sie dann am reichhaltigen Kursangebot (Musik, basteln, Disco usw.) teilnehmen. Es wird zwar ein teurer Spaß, denn pro Extrakurs sind es mindestens 25 Euro, die zu zahlen sind und eine noch größere Summe an Fahrgeld da wir den Fahrdienst in Anspruch nehmen müssen, aber so kommen wenigstens unsere Kiddis  unter Leute, mit denen sie hoffentlich  etwas anfangen können.
 
 
14.10.02
 
Gestern war Elternsonntag in der Schule - also der Elternabend, der sich hier Klassenpflegschaft nennt.
 
Durch sein Bürofenster sah uns Herr Vogel, der Konrektor ankommen und kam auf den Gang um uns zu begrüßen. Er wollte gerne unseren Eindruck hören, wie die Kinder sich eingelebt haben und ob es ihnen gefällt.
 
Herr Vogel ist genau wie wir der Meinung, dass Martin hier schon richtig zu Hause ist, er hätte die Woche beobachtet, wie Martin in der Pausenhalle mit seinem Talker die Kids unterhalten hätte. Aha, Publikum brauchen wir nun also. Na gut.
 
Steffi sei ja in der Tat ein sehr schwieriges Kind, aber auch an hier an der Schule gäbe es Leute, die sie schon in den Griff bekämen. Sie sei ja in der Neigungsgruppe Tanzen und diese Woche hätte sie da schon richtig mit gemacht, der eine Zdler hätte sie gut motivieren können. Aber einfach sei dieses Kind nicht. Diese Tatsache war uns aber wirklich schon seit längerem bekannt.
 
Martin sei übrigens in der Neigungsgruppe Popmusik, ich bezweifle stark, dass die Kinder sich diese Gruppen selbst ausgesucht haben, wahrscheinlich waren die anderen Gruppen schon alle belegt.
 
Wir waren nicht die einzigen Eltern, die ihre Kinder mitbringen mussten zum Elternsonntag, aber die einzigen Eltern, die sich zwischen zwei Klassen aufteilen mussten.
 
Ich wollte unbedingt in Martins Klasse, weil die Ergo und Physiotherapeuten über den neuen Rollstuhl, der in diesem Jahr noch verordnet werden muss und den Pedalvorsatz für den Rolli mit uns reden wollten.
 
Martin kam mit mir in seine Klasse, das war ja klar, aber dass Steffi nicht mit in ihre Klasse gehen wollte, war nicht klar.
 
Sie weigerte sich von Anfang an, setze sich draußen auf dem Gang auf ein Rollbrett , das bei den Hilfsmitteln abgestellt war, und ließ sich von niemandem überreden ihr Klassenzimmer  zu betreten, als lediglich bis zu dem Türrahmen der Klassentür, durch den sie ihren Rucksack mit Malsachen schwunghaft  in die Klasse warf.
 
Uns war nicht ganz klar, hat sie mit ihrer Klasse nichts am Hut oder hat es ihr nur nicht gepasst, dass ich, die Mama in einem anderen Klassenraum saß. Jedenfalls saß Steffi dann plötzlich mit in Martins Klasse, futterte den Apfelkuchen, den Martins Klasse gebacken hatte für den Elternsonntag, und schlief vor Langweile mit dem Kopf auf dem Tisch fast ein. Ich beschäftigte die Kinder so nebenbei mit malen und dem Fröschespiel und führte die Gespräche, die geführt werden mussten.
 
Steffi, also das gleiche Kind ,das gestern unbedingt in meiner Nähe sein wollte, beschimpfte mich übrigens heute morgen, als ich ihr sagte, sie solle bitte das Glas mit dem Malwasser ins Waschbecken ausleeren: „Ich hasse Dich, du dumme Kuh, Arschloch.“ Ich fühle mich dann immer ganz geehrt, wenn ich so erfahren darf, dass ich doch noch wahrgenommen werde, wenn ich von dem guten Kind etwas will.
 
Die Lehrkräfte beider Klassen- Jürgen und ich waren einfach nur sprachlos darüber- weinten sich mehr oder weniger bei den Eltern darüber aus, dass sie alle so schrecklich unterbesetzt seien, soviel zu tun hätten, die Zivis krank seien und die noch offenen Stellen für die Physiotherapeuten, da würde sich einfach niemand für bewerben. Wir- aber wir sind ja auch nur blutige Laien und bloß Eltern, können überhaupt nicht erkennen, wo dort Unterbesetzungen sind. So viele Lehrkräfte und Hilfskräfte in einer Klasse haben wir noch nirgendwo erlebt, deshalb - wir können es nicht wirklich nachvollziehen.
 
Steffi wird nach wie vor in mehreren Klassen mit in Fördereinheiten einbezogen und Schwerpunkt für sie ist – mehrere Dinge auf einem Weg in einer bestimmten Zeit erledigen müssen. Hähä, so wie ich meine Tochter kenne - wenn sie dann nicht will ist sie auf dem nächsten WC verschwunden und schließt sich dort ein.
 
Aber das ist dann Gott sei Dank nicht mein Problem und für die pädagogischen Konsequenzen werde ich dann auch nicht beschimpft von ihr, hoffe ich jedenfalls.
 
Bei Martin tritt als Schwerpunkt Talkerunterricht  hervor und ich finde, seit er den Talker ständig benutzen muss, wird er immer flotter und kennt immer mehr Ikonen. Das geht dann oftmals so schnell, dass ich die Tastenkombinationen  nicht mit den Augen verfolgen kann.
 
Heute Morgen zeigte er mir: Lieblings Zivi Philipp. Na bitte, geht doch. Wird Phillip sich sicher freuen drüber.
 
Die Lehrerin hat ihm die Namen der Mitschüler aufgespeichert, damit Martin sie auch direkt ansprechen kann.
 
Stolz erwähnte Sie, dass Martin schon fast nicht mehr schreien würde, wenn er auf den Toilettenstuhl gesetzt wird. Anfänglich gab es da immer ein Riesentheater, so wie zu Hause, wenn er geduscht werden soll.
 
Sein Mitschüler B. begrüßte mich gestern mit Handschlag und stellte mich seinen Eltern vor. Martins Mama!!! Die Höflichkeit in Person. Welch Ehre mir da zuteil wurde. Dieser junge Mann wirkt so traurig, fast depressiv, wenn man ihn so beobachtet. Er ist extrem schlank und Brillenträger und sieht alles andere als gesund aus. Die Familie scheint aus Jugoslawien zu kommen und macht auf mich einen sehr resoluten Eindruck. Sie teilten einer Lehrerin aus der Klasse mit, dass die Physiotherapeuten etwas erleben können, wenn sie sich trauen zu kommen, wegen dem Scheiß, den sie mit B. Beinschienen gemacht hätte. Auweia, das kann ja heiter werden so auf Dauer.
 
Die Lehrerin sah mein erstauntes Gesicht und versuchte mir zu erklären, was denn angeblich mit den Beinschienen falsch sein soll. B. Eltern verstehen nicht, dass B. einen Spitzfuß hat und die Verse mit einem Keil unterfüttert werden muss. Armer Junge.
 
Heute besuchte uns um 16 Uhr der derzeit amtierende , evangelische Pastor unserer Gemeinde in Tamm. Ich hatte ihn angerufen und ihn gefragt, ob es für mich in der Gemeinde etwas zu tun gäbe. Es könnte demnächst sein, da sei was in der Planung und er will sich umschauen, bei seinen Besuchen in der Gemeinde ob er etwas für mich tun kann.
 
Es war das erste mal, dass ich einen Pastor mit dem Fahrrad on Tour erlebt habe. Damit sei er schneller als mit dem Auto bei dem Wahnsinnsverkehr, ließ er uns Wissen. Das kann in der Tat sehr gut angehen hier im Ländle.
 
Jedenfalls denke ich, dass über die Kirche noch ehesten Möglichkeiten bestehen für uns hier in der Region Kontakte zu knüpfen.
 
Immerhin hat mir die ältere Dame, die ein kleines Zwischengrundstück gärtnerisch zwischen der kath. Kirche und unserem Grundstück bearbeitet, gestern einen Rhabarberableger geschenkt. Sie redet mit mir, aber leider immer noch nicht mit Martin. Ich habe mir vorgenommen, sie im Dezember einfach mal zu einem Adventskaffee einzuladen, sie darf auch eine Freundin oder Schwester mitbringen- dann muss sie Martin antworten.
 
Die andere, nette Nachbarin ist bis Mitte November auf Mallorca, und die werde ich dann auch einfach einladen.
 
Irgendwie muss es doch hier mal losgehen. Aber der Pastor meinte auch, Tamm ist nicht so ganz unkompliziert, vor allem, die alten Tammer Familien seien ein festes Gefüge. Na Mahlzeit.
 
15.10.02
 Heute Morgen findet  in der Schule ein Gangfrühstück statt. Das heißt, alle Klassen, die in einem Stichgang nebeneinander  liegen, bauen auf dem Gang ein großes Frühstücksbüffet auf und alle Kinder müssen etwas mitbringen.
 
In Martins Klasse wurden wir zu Marmelade und in Steffis Klasse zu Quark verdonnert. Martin hatte nun die allergrößten Bedenken, dass niemand Eier mitbringt. Armes Kind, ich hoffe für ihn, sein Alptraum wird nicht wahr. Vorsichtshalber durfte Martin ein Glas Erdnusscreme extra mit nehmen, damit er nicht verhungernd und darbend vor einem riesengroßen und gut bestückten  Büffet stehen muss , auf dem eventuell nichts Passendes für seinen Geschmack steht.
 
Steffi war mit dem Kräuterquark, den wir gestern Abend zusammengerührt haben zufrieden, sie wolle ein Brötchen dazu essen. Der Kräuterquark muss uns gut gelungen sein, denn schon beim Abendbrot hat Steffi gestern reichlich davon probiert.
 
Martins Geburtstag am Samstag wird von ihm ja nun sehnlichst erwartet und am Montag, es ist in seiner Klasse so üblich, darf er einen Kuchen für seine Klasse mitbringen. Ich will mal sehen, ob ich noch in der Lage bin, eine Haselnusstorte zu zaubern. Für hier zu Hause möchte Martin dann einen Schokoladenkuchen. Steffi möchte Nudeln und wir Eltern  wurden erst gar nicht gefragt was wir eventuell gerne essen würden, aber wir sind hier ja auch nur das Personal.
 
Gegen Mittag rief der Pastor bei uns an.  Er ist ja rührend. Ich konnte gleich eine Bewerbung los schicken und eine zweite Sache läuft auch. Er hat tatsächlich mit zwei Telefonaten Interesse für mich geweckt. Nun bin ich gespannt ob ich nächsten Woche Freitag zum Vorstellungsgespräch hier im Altenheim geladen werde. Und das, mit den merkwürdigen Zeiten, die ich als Arbeitszeiten bieten kann. Ich würde mich freuen, wieder einen Job zu haben, wenn auch nur einen Halben. Ich habe eigentlich immer gerne gearbeitet und schaue morgens oft ganz traurig den Leuten hinterher, wenn sie Richtung S- Bahn laufen. Und das, obwohl ich mehr als genug zu tun habe. Ich habe das Gefühl, ich muss auch raus hier, sonst bekomme ich irgendwann einen Käfigkoller.
 
Würde es mit einem Job in diesem Pflegeheim  klappen, es sind nur 10 Minuten Fußweg bis dahin. Und jedes zweite Wochenende könnte ich doch locker arbeiten, oder am Abend oder in der späten Frühschicht.
 
17.10.02
Allen ernstes soll heute damit begonnen werden, den Fahrstuhl für Martin hier zu installieren an unserem Haus. Wenn alles klappt, kann Martin zu seinem Geburtstag das erste Mal oben schlafen. Das wäre dann für uns alle ein Stressfaktor weniger.
 
Das es mit der Bewilligung dann doch noch relativ schnell geklappt hat, ist dem Umstand zu verdanken, dass ich dem netten Herrn, der für die Bewilligung letztendlich zuständig ist,  einen Brief geschrieben habe, indem ich ihm klipp und klar mit geteilt  habe, dass es für alle offensichtlicht ist, dass ihm nur daran gelegen ist, den Antrag abzulehnen , und er sehr viel Zeit dahin gehend investiert, nach Gründen für eine Ablehnung zu suchen ,und dass wir nun , wenn wir nicht binnen 10 Tagen einen positiven Bescheid bekommen, bei Gericht eine einstweilige Verfügung beantragen. Dann habe ich darauf hin gewiesen, was die Stadt Wuppertal schon eingespart hat, seit Martin bei uns lebt, und dass Martin nun halt mal dort geboren ist usw. und diesen Brief habe ich ohne Kommentar- der Inhalt hat eh für sich gesprochen- auch dem Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal zukommen lassen, persönlich zu seinen Händen.
 
Ich finde es total bescheuert, dass es erst böse Worte eingesetzt werden mussten, obwohl von vorne herein klar war, dass dieser Antrag für den Fahrstuhl genau dort bewilligt werden muss und dass dieser Antrag auch völlig rechtens ist. Die Kosten, die mit dem Fahrstuhl verbunden sind, sind schon alleine, ohne den Fahrstuhl an für sich, für uns ca. 20000 Euro, die wir im nächsten Jahr einsetzen müssen und die wir hoffentlich auch zusammen  bekommen. Ein kleiner Bausparvertrag ist zuteilungsreif.
 
Nun sitze ich hier und warte auf das Eintreffen des Fahrstuhls, der geliefert werden soll.
 
Steffi durfte heute ihren Roller mit in die Schule nehmen und ich hoffe, dass irgendein netter Mensch in der Schule, den Lenker wieder gerade bekommt. Wir haben es gestern fast zwei Stunden versucht, ohne Erfolg. Da so viele Kids dort mit ihrem Rolli unterwegs sind, kann Steffi sich dort auch rollender Weise fort bewegen.