Fahrstuhl Kostenübernahme

Martin ist unser lieber Pflegesohn und seit Geburt sehr schwer behindert.

 

Er kann sich nicht alleine , ohne Rollstuhl und Hilfe fort bewegen, geschweige mit helfen, wenn Treppen oder Steigungen zu überwinden sind.

 

Je älter Martin wurde, um so mehr Kraft und Hilfsmittel benötigen alle Menschen, die Martin zu Hause, in Kita und Schule versorgen und pflegen müssen.

 

Im Jahre 2002 mussten wir leider unser Familienleben komplett und nicht so ganz freiwillig und von Herzen umkrempeln.

 

 

Aufgrund einer Strukturentscheidung von Jürgens Dienstherrn im Jahre 2001, von den bestehenden 7 Wehrbereichsverwaltungen drei zu schließen, wurde seine damalige Beschäftigungsdienststelle - Wehrbereichsverwaltung I in Kiel - zunächst in eine Außenstelle der Wehrbereichsverwaltung in Hannover umgewandelt mit der Planungsvorgabe, bis spätestens 2010 die Außenstelle aufzulösen. Da wir aufgrund unserer Familienplanung zwar unsere beiden behinderten Kinder nach der Schulzeit in einer Behinderteneinrichtung unterbringen, aber dennoch in der Nähe leben wollten um weiterhin ein normales Familienleben für sie erhalten zu können, war damit klar, dass wir leider umziehen, und unser Paradies verlassen mussten. Leider war damit auch ein vollkommener Neuanfang verbunden. Unser Haus in Schleswig-Holstein konnten wir gerade noch so verkaufen, dass die Kredite, die hierfür aufgenommen wurden, abgelöst werden konnten. Im Großraum Stuttgart war es aber zunächst nicht möglich, mit einem Rollstuhlfahrer, bzw. 2 behinderten Kindern und zwei Hunden und Katzen- die für die Kinder sehr wichtig waren und noch immer sind, eine bezahlbare Mietwohnung zu finden, so dass wir eine ältere, eigentlich viel zu kleine Immobilie erworben haben, die wir dann, gerade so, den kleinen Räumen entsprechend, behindertengerecht um- und ausgebaut haben. Dies hat einen großen finanziellen Aufwand erfordert, den wir nur durch Aufnahme von erheblichen Krediten bewältigen konnten.

 

Dieses Häusle besteht aus zwei Etagen und die Schlafräume mussten wir in der oberen Etage einrichten, da Martin auch in der Nacht Betreuung benötigt und alle drei Stunden umgelagert werden muss.

 

Dieser Umstand machte es nun nötig, dass wir unbedingt einen Fahrstuhl haben mussten. Das enge Treppenhaus lies den Einbau eines Treppenlifters nicht zu.

 

 

Da die Räume des Häusles sehr eng sind, musste ein Fahrstuhl von außen, bündig mit Terasse und Balkon angesetzt werden.

 

Alleine die Kosten , die Möglichkeit zu schaffen, einen Fahrstuhl nutzen und installieren  zu können, waren für uns beachtlich, da wir schon hohe Einbußen durch den Verkauf unseres Paradieses im Norden machen mussten. Wir selber hätten die Kosten für die Anschaffung des Fahrstuhls nicht mehr tragen können.

 

Der normale Weg war nun, einen Antrag auf Übernahme durch die Eingliederungshilfe, beim zuständigen Sozialamt unseres neuen Wohnortes zu stellen.

 

Diese Behörde war , verständlicher weise, natürlich begeistert, könnt ihr sicher nach voll ziehen.

 

Martin war noch minderjährig und ist sozusagen als Pflegefall in Wuppertal , seinem Geburtsort , enstanden, dessen Behörde bislang die Kosten an Pflegegeld, der Kommune, die uns dieses Geld als Pflegeeltern gezahlt hat, wieder erstatten musste bis zu Martins Volljährigkeit.

 

 

Ich erspare euch jetzt die exacten Details, weil sie einfach nur nervend sind und ich mich nicht schon wieder ärgern will.

 

Nach langem, teilweise sehr unerfreulichem, hin und her stimmte die Kommune unseres neuen Wohnortes nun einer Kostenübernahme für den Aufzug zu nach einer Feststellung ob der tatsächlichen Notwendigkeit und die Wuppertaler Behörde übernahm dann, auch nach langem und hin , logisch-, die Kosten.

 

Von mehreren Seiten wurde wir nun gelöchert, wieso wir nicht gleich nach einer behinderten gerechten Immobilie gesucht hätten--aber das haben wir, monatelang, quer durchs Ländle, erfolglos.

 

Damit alle Rahmenbedingungen stimmig wurde, hatten wir, zu der Zeit als wir auf der Suche waren, nur noch diese einzige, nicht wirklich passende,  Möglichkeit.

 

Da ein Beamter, also Jürgen, nur die Maklerkosten für Mietwohnraum durch den Arbeitgeber erstattet bekommt wenn er versetzt wird, mussten wir sogar für die Maklerkosten in großem Umfange selber auf kommen.

 

Wir hätten liebend gerne  hier im Kreis zur Miete gewohnt, nicht noch einmal die nicht wirlich absehbaren Belastungen eines Hauskaufes auf uns genommen, es sollte nicht sein.

 

 

Nun ist der Wert unseres Häusles auch leider soweit gesunken, durch die neuen Energiesparverordnungen, dass wir heute im Jahre 2011 , nicht mal mehr bei einem Verkauf der Immobilie das an Finanzen raus bekämen, was die Bank noch von uns an Krediten fordert.

 

Die jährlichen anfallenden Wartungs und Reperaturkosten für den Fahrstuhl müssen wir natürlich selber tragen.

 

Unser Fahrstuhl