Hallo ihr lieben Kleinen und Grossen

Mai 2003

Nun hat bei uns die Schule wieder angefangen und am zweiten Schultag haben wir an einem Ostergottesdienst in der Schule teilgenommen.

 

Der Gottesdienst wurde in einem  Stichgang abgehalten, in dem auch die Klassenräume  von Steffi und Martin liegen. Es war sehr schön und eine gute, entspannte  Atmosphäre. Die Religionslehrerin der Schule und Martins Klassenlehrerin haben durch diesen besonderen  Gottesdienst geführt . Ein Lehrer hat auf seiner Gitarre und einer der vielen Hausmeister hat auf einem  Akkordeon dazu gespielt . Gemeinsam haben  wir haben drei Lieder  gesungen.

 

Nach dem Singen  haben die Schüler  in der Mitte des Ganges , jedes Kind, einen Sonnenstrahl aus gelber Pappe abgelegt und eine Sonne für Alle aus den Sonnenstrahlen gebildet.

 

Anschließend gab es ein großes, reichhaltiges  Frühstücksbüffet, für das jedes Kind eine Leckerei  mitbringen durfte. Das war auch sehr spannend für uns, denn wir kennen ja noch lange nicht alle Kinder, Lehrkräfte und Mitarbeiter dieses großen  Stichganges in der Schule, die im Moment für uns Neuen noch ein richtiger Irrgarten ist .

 

Um 10.30 Uhr hatten wir Eltern  einen Termin in der WfB, die in unmittelbarer Schulnähe liegt, es muss auch jetzt schon über die Zeit nach der Schulentlassung unserer Kinder nachgedacht und geplant werden. Da wir nun schon mehrere WfBs im Umkreis unseres Wohnortes kennen gelernt hatten, waren wir angenehm von der Markgröninger Werkstatt überrascht.

 

Kein Leistungsdruck, keine lauten Maschinen, helle, übersichtliche Räume und viele gut gelaunte Mitarbeiter. Steffi und Martin werden wohl hoffentlich diese WfB nach ihrem Schulabgang besuchen können, wenn sie sich nach den üblichen Praktikas entschieden haben, wo sie arbeiten möchten. In das dazu gehörende Behindertenheim, das wir auch schon besichtigen durften, wird wohl nur Martin aufgenommen werden können, aber wir werden trotzdem Ende nächsten Jahres einen Aufnahmeantrag für Steffi mit stellen und auf jeden Fall versuchen, dass unsere Kinder nicht getrennt werden müssen. Sollte es nicht auf Anhieb klappen, wir haben ja Zeit, es drängt nicht wirklich Jemand im Moment.

 

Auch das Heim macht auf uns Eltern einen gemütlichen und offenen Eindruck  . Der Sozialarbeiter, der anscheindend gerne und viel redet,   der Einrichtung hat uns ganz offen und sicher auch ehrlich  alles Negative sowie Positive erläutert, und ich hatte zum ersten Mal nach einer Besichtigung, keinen Kloß im Bauch. Bei Besichtigungen von anderen Einrichtungen hatte ich meist das dumpfe Gefühl im Bauch, dass sich meine Kinder dort nicht wohl fühlen könnten.

 

Sonntags ist in der Einrichtung ein Cafe für Alle geöffnet und wir haben uns vorgenommen, dort nun ab und zu ein zu kehren um die Bewohner etwas zu erleben und vielleicht schon kennen zu lernen und unseren Kinder die Einrichtung etwas vertraut zu machen. Natürlich wäre das wesentlich einfacher, hätte dort MCD eine Filiale, aber, es muss auch so klappen für den Anfang. Es idn aj auch nur 6 Kilometer bis zu unserem Wohnort, also kein großer, zeitlicher  Aufwand.

 

So können wir in den nächsten Jahren schon etwas Vertrautheit aufbauen und es wird uns allen nicht so schwer fallen, wenn der Tag des Umzugs dann kommt.

 

Stellt Euch vor, hier in Tamm werden in der Nacht zu ersten Mai so genannte Maistreiche gespielt. Für mich ist grenzt es  eigentlich schon an Sachbeschädigung, was da so abgeht, aber es kann sich wohl niemand wirklich und nachhaltig dagegen wehren.

 

Eine Arbeitskollegin der Nachbarschaftshilfe hatte mich Gott sei dank vorgewarnt, dass alles auch nur irgendwie Bewegliche verschwindet in dieser Nacht und sich irgendwo im Ort wieder findet, oder auch nie mehr wieder auftaucht.

 

Obwohl ich unser recht schweres Hoftor doppelt abgeschlossen hatte, war doch tatsächlich   die eine Hälfte am Morgen des ersten Mai verschwunden.

 

Unser Papa hat die Hoftorhälfte dann glücklicherweise eine Straße weiter in einer Baugrube wieder gefunden. Sehr lustig fanden wir es aber nicht,  mehr dann bei uns glücklicherweise nicht passiert.

 

Andere Leute hatten plötzlich keine Mülltonnen mehr, Blumenkübel und Fensterläden waren verschwunden und Türklinken und Autoscheiben waren mit ekligen, schmierigen Sachen eingesaut. Toilettenpapier flog und lag zu Hauf üeberall herum und an einigen Hausfassaden wurden rohe Eier zerdeppert, die hässliche Flecken zurück ließen.

 

Ich habe mir vorgenommen, unser Hoftor im nächsten Jahr mit einer Kette fest zu machen, Stacheldraht darum zu binden und es unter Strom zu setzen.